Unsere Sportstätte – sportliche Heimat im Wandel der Zeit

Die Geschichte unserer Sportstätte reicht mehr als 100 Jahre zurück. Dabei war der Deutzener Sport keineswegs immer dort zu Hause, wo sich heute unsere Anlage befindet. Mehrfach mussten neue Spielflächen geschaffen, bestehende Plätze aufgegeben und an anderer Stelle neue Sportstätten errichtet werden.

 

Von den ersten einfachen Spielflächen über Röthigen und Alt-Deutzen bis hin zu unserer heutigen Anlage erzählt diese Entwicklung zugleich ein Stück Deutzener Ortsgeschichte. Besonders bemerkenswert ist dabei, wie viel durch Eigeninitiative und freiwillige Arbeit geschaffen wurde.

 

Von den ersten Spielflächen bis Alt-Deutzen

Als im Jahr 1920 in Deutzen erstmals organisiert Fußball gespielt wurde, gab es noch keinen Sportplatz im heutigen Sinne. Die ersten Spiele fanden auf abgeernteten Wiesen und provisorisch hergerichteten Flächen statt.

 

Schon bald entstand auf den sogenannten Kröber’schen Wiesen, links der damaligen Straße nach Görnitz, der erste richtige Fußballplatz. Die Bedingungen waren einfach: Für Aufbau und Pacht mussten die Sportler selbst aufkommen, und auch die Tore wurden in freiwilliger Arbeit hergestellt.

 

Dauerhaft Bestand hatte dieser erste Platz jedoch nicht. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen um das Grundstück führten dazu, dass die Spielfläche wieder verloren ging. In den folgenden Jahren wurde auf verschiedenen provisorischen Flächen gespielt. Ende 1924 gab es schließlich keinen eigenen Sportplatz mehr in Deutzen.

 

Eine neue sportliche Heimat in Röthigen

 

Ende der 1920er-Jahre wurde im benachbarten Röthigen eine neue Lösung gefunden. Hinter der dortigen Siedlung entstand ein neuer Sportplatz – wiederum mit erheblicher Eigenleistung der Sportler.

 

Der Sportplatz wird im Oktober 1929 erstmals ausdrücklich erwähnt. Am 3. August 1930 fand dort das erste Fußballspiel auf dem neu errichteten Platz statt.

 

Die Bedingungen waren mit heutigen Sportplätzen kaum vergleichbar. Der Wiesenboden war sehr lehmig. Besonders vor den Toren verschwand die Grasnarbe schnell, sodass sich bei Regen regelrechte Schlammflächen bildeten.

 

Der Sportplatz in Alt-Deutzen

 

In den folgenden Jahren entwickelte sich die sportliche Infrastruktur in Deutzen weiter. Neben einer Turnhalle entstand ein Sportplatz mit einer Größe von etwa 120 mal 75 Metern. Auch hier war Eigenleistung gefragt. Allein beim Bau der Turnhalle wurden mehr als 2.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet.

 

Wie die damalige Sportstätte aussah, zeigt eine seltene Aufnahme aus der Zeit um 1949.

Arbeiten am Sportgelände in Röthigen - Mit viel Eigenleistung entstand Ende der 1920er-Jahre der Sportplatz in Röthigen. Die Aufnahme zeigt Mitglieder der Freien Turnerschaft bei Arbeiten am Sportgelände.
Sportbetrieb in Röthigen – im Hintergrund rechts ist der damalige Sportplatz zu erkennen.
Sportplatz in Alt-Deutzen um 1949 - Der Sportplatz in Alt-Deutzen um 1949. Im Vordergrund ist eines der damaligen Fußballtore zu sehen.

 

Von der „Kampfbahn Schwarze Erde“ zum Neubeginn

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Bedingungen für den Sport zunächst wieder schwierig. Zeitweise mussten die Spiele sogar außerhalb Deutzens ausgetragen werden. Doch schon bald wurde der Sportplatz in Deutzen wieder hergerichtet und vergrößert.

 

Am 30. August 1952 konnte die Anlage feierlich eingeweiht werden. Unter den Deutzener Fußballfreunden wurde sie als „Kampfbahn Schwarze Erde“ bekannt. Damit hatte der Sport wieder eine feste Heimat in Deutzen.

 

Große Pläne für einen neuen Sportkomplex

 

Bereits wenige Jahre später gab es weitreichende Pläne für die Zukunft. Am 21. Mai 1955 fanden Verhandlungen über die Projektierung eines umfangreichen neuen Sportkomplexes statt.

 

Vorgesehen waren unter anderem ein Sportplatz mit Laufbahn, ein weiterer Ausweichplatz, eine Turnhalle, Umkleideräume und möglicherweise Tennisplätze. Insgesamt sollte die Anlage etwa 7,5 Hektar umfassen.

 

Das Projekt konnte jedoch nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Schwierigkeiten bestanden unter anderem bei der Bereitstellung der benötigten Grundstücke. Auch Veränderungen am geplanten Verlauf der Pleiße spielten bei der Standortfrage eine Rolle.

 

Hinzu kam der immer weiter vorrückende Braunkohlenabbau. Mit der Abbaggerung von Alt-Deutzen musste schließlich auch die „Kampfbahn Schwarze Erde“ der Kohle weichen.

 

Damit stand der Deutzener Sport erneut vor einem Neuanfang.

 

1966/67 – die heutige Sportstätte entsteht

 

Mitte der 1960er-Jahre begann schließlich das Kapitel, das unmittelbar zu unserer heutigen Sportstätte führt. Hinter der neuen Schule entstanden neue Sportplätze und ein neues Sportlerheim.

 

Die historischen Aufnahmen aus der Bauzeit zeigen eindrucksvoll, wie sich das Gelände innerhalb kurzer Zeit veränderte.

 

Neben dem Sportlerheim entstand auch eine Freilichtbühne. Damit entwickelte sich das Gelände nicht nur zu einer reinen Fußballanlage, sondern zu einem neuen sportlichen und gesellschaftlichen Mittelpunkt.

Entwurf für einen neuen Sportkomplex von 1955 - Der Entwurf aus dem Jahr 1955 zeigt die damaligen Vorstellungen für einen umfangreichen neuen Sportkomplex in Deutzen. Das Vorhaben wurde in dieser Form nicht verwirklicht.
Das Sportlerheim im Bau - Das Deutzener Sportlerheim während der Bauarbeiten 1966/67.
Sportlerheim und Freilichtbühne - Das neue Deutzener Sportlerheim mit der Freilichtbühne während der Bauphase 1966/67.

 

Unsere heutige Sportstätte seit 1967

Einweihung am 17. September 1967

 

Der 17. September 1967 gehört zu den wichtigsten Daten in der Geschichte unserer Sportstätte.

An diesem Tag wurde der neue Sportplatz offiziell eingeweiht. Fast 1.500 Zuschauer verfolgten die Feierlichkeiten und das Bezirksklassenspiel gegen Motor Altenburg II. Deutzen gewann die Begegnung mit 3:1.

 

Parallel zu Platz 1 war ein zweiter Sportplatz entstanden. Beide Plätze bildeten fortan das Herzstück der neuen Deutzener Sportanlage.

 

Die Sportanlage wächst weiter

 

Mit der Einweihung war die Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Bereits 1971 wurde ein dritter Sportplatz geschaffen. Dieser lag quer zu Platz 2 in Richtung Pleiße und war insbesondere als zusätzliche Spielfläche für den Nachwuchs vorgesehen.

 

Auch dieser Platz entstand überwiegend in freiwilliger Arbeit. Dauerhaft erhalten blieb er jedoch nicht. Nach schweren Sportverletzungen wurde die Fläche später wieder eingeebnet. Ein Versuch, sie Ende der 1990er- beziehungsweise Anfang der 2000er-Jahre erneut als Kleinfeldplatz zu nutzen, blieb ohne dauerhaften Erfolg.

 

Auf der Luftaufnahme lässt sich die Entwicklung der Anlage besonders gut nachvollziehen.

 

Unsere sportliche Heimat

 

Über Jahrzehnte wurde die Sportstätte gepflegt, verändert und immer wieder den Anforderungen der jeweiligen Zeit angepasst. Aus der Mitte der 1960er-Jahre geschaffenen neuen Anlage entwickelte sich die sportliche Heimat, die Generationen von Deutzenern kennen.

 

Zwischen den ersten provisorischen Spielflächen und unserer heutigen Anlage liegt mehr als ein Jahrhundert. In dieser Zeit musste sich der Deutzener Sport mehrfach eine neue Heimat schaffen:

 

Kröber’sche Wiesen → Röthigen → Alt-Deutzen und die „Kampfbahn Schwarze Erde“ → heutige Sportanlage.

 

Grundstücksfragen, wirtschaftliche Schwierigkeiten und insbesondere der Braunkohlenabbau machten immer wieder Veränderungen notwendig. Dennoch wurde jedes Mal eine neue Lösung gefunden.

 

Ein Gedanke zieht sich dabei durch nahezu die gesamte Geschichte unserer Sportstätten: Ohne Eigeninitiative und den freiwilligen Einsatz vieler Deutzener wären zahlreiche Anlagen nicht entstanden.

 

Unsere Sportstätte ist deshalb weit mehr als der Ort, an dem trainiert und gespielt wird. Sie steht für Generationen von Menschen, die den Sport in Deutzen aufgebaut, erhalten und weiterentwickelt haben.

 

Sie ist unsere sportliche Heimat – und zugleich ein sichtbares Stück Deutzener Geschichte.

 
 
 
Einweihung des neuen Sportplatzes - 17. September 1967: Zahlreiche Besucher erleben die feierliche Einweihung des neuen Deutzener Sportplatzes.
Die Sportanlage aus der Vogelperspektive - Sportplatz 1 und Sportplatz 2 sowie dahinter die Fläche des ehemaligen dritten Sportplatzes.
Blick über den Deutzener Sportplatz - Blick über unsere Sportstätte mit dem weithin sichtbaren Wasserturm und dem traditionsreichen Schriftzug „Glück Auf Sportstätte“.